Plaubel Makina 67

Es ist schon was her das ich mir einen kleinen Traum erfüllt habe mit dem Kauf einer Plaubel Makina 67. Hello sexy :)

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Kompakte 6×7 Mittelformat Messsucher Power. Erstklassig verarbeitet, bis auf ein oder zwei Kleinigkeiten. Massiv und handlich. Mit einem brutal guten 80mm Nikor bestückt. Belichtungsmesser an Bord, ist klar. Quasi eine prima Reise Mittelformat. Und genauso habe ich sie mir auch schön geredet :) Durch unseren doppelten Nachwuchs bedingt ist es erst einmal vorbei mit dem herumschleppen von zig verschiedenen Kameras im Urlaub ;) die Pentax 67, wenn auch versatiler als die Plaubel, muss leider zu Hause bleiben. Vom Großformat mal ganz ab… die Travelwide 4×5 ist ja immer noch nicht ausgeliefert.

Den ganzen Technik Krams zur Plaubel Makina überlasse ich Ken Rockwell. Er hat eine prima Zusammenfassung und Review geschrieben wie ich finde. Wer also mehr technisches wissen will, hier entlang.

Ich bin mit dem guten Stück mal ein bisschen unterwegs gewesen, in der Altstadt, im Urlaub auf Mallorca. Ein paar Fotos also ↓

Lieblingskiosk

Lieblingskiosk gegenüber

Frankenbad

Frankenbad

Bester Grillspot

Bester Grillspot

Cala Llombards

Cala Llombards

auch gegenüber...

auch gegenüber…

Portrait geht auch ganz gut mit der Plaubel. Wobei ich persönlich allerdings noch ein wenig Probleme mit dem fokussieren via Messsucher habe. Bei Offenblende liegt man gerne schon mal ein bisschen daneben, natürlich auch Format bedingt. Die Tiefenschärfe bei 2.8 auf Mittelformat bei 80mm ist recht dünne. Ich denke das wird nur über üben und Erfahrung zu kompensieren sein. Fokussieren und komponieren, in dieser Reihenfolge. Ein paar Portraits die mir an sich sehr gut gefallen haben, habe ich so schon verbockt. Oft mit etwas Fehlfokus nach hinten. Diese hier unten nicht. Besonders das von meinem Schwager, hier bei seinem Ferienjob als Grillbeauftragter der Finca Son Riera.

Der Schwager

Der Schwager

Bruder Schwager und Schwester

Der Schwager Bruder und die Schwester

alina

Die Nichte Alina

Der Bildlook den man mit der Plaubel zaubern kann spricht mich schon sehr an. Recht scharf, tolle Kontraste und Verläufe, nichts was mir persönlich irgendwie als Kompromiß oder schlecht auffallen würde.

Was bleibt also über die Handlichkeit zu sagen? Der Fokusring ist durch die Bauart als Balgenkamera nicht am Objektiv verbaut, sondern man fokussiert quasi dort wo sich bei anderen Kameras der Spannhebel und das Zählwerk befindet. Das ist auch bei der Plaubel alles an diesem Fleck, plus einem schönen großen und wundervoll ansprechendem Auslöseknopf, eben nur noch gepaart mit Fokusring. Klingt komisch, ist auch erstmal komisch, aber nach ein paar Trockenübungen funktioniert das prima. Zeit und Blende stellt man am Objektiv ein, was recht gut und flott von der Hand geht. Der Messsucher ist schön groß und hell und alle Einblendungen sind gut zu sehen.

Apropos Messsucher, hier sollte man beim Gebrauchtkauf auf einen klaren Messsucher acht geben. Wie man mal hier und dort lesen kann, ist dieser gerne mal etwas trüber als gedacht. Zwar ist es möglich ihn selbst, mit ein bisschen Geschick, zu reinigen. Allerdings kann man hier auch wohl die ominöse Verkabelung für den Belichtungsmesser beschädigen. Eben diese Verkabelung ist auch die Achillesferse der Plaubel Makina 67. Gerne knicken die Kabel mal im Laufe so eines Plaubel Lebens ab. Die Kamera ist dann zwar noch nutzbar, aber eben ohne Belichtungsmesser… Angeblich führt Plaubel diese Reparatur aber immer noch durch. Mehr werde ich da die Tage erfahren. Mein Plan ist mal in Frankfurt anzurufen und mit einen Kostenvoranschlag für eine CLA und Messsucher Wartung geben zu lassen. Wo wir gerade beim Thema sind. Balgen sind natürlich immer anfällig für Beschädigungen, den Balgen der Plaubel Makina wird allerdings eine gewisse Robustheit nachgesagt. Abgesehen davon sind Ersatzbalgen wohl zu haben und auch recht einfach selbst auszutauschen.

Im übrigen, eine Plaubel Makina 67 zu laden ist im Vergleich mit anderen Mittelformat Kameras die ich mal in der Hand hatte ein Träumchen. Durchdacht und sehr wertig umgesetzt :)

Für Portrait Aufnahmen finde ich sie etwas gewöhnungsbedürftig, vielleicht mal weg von den eher offenblendigen Portraits. Für alle anderen Dinge die ich so fotografiere finde ich sie aber verdammt gut. Manchmal vielleicht ein bisschen zu eng. Man wünscht sich ab und zu vielleicht mal so um die 50mm, aber gut, das weiß man ja vorher und man kann damit arbeiten. Sie ist halt, wie ich finde, mehr eine Dokukamera als eine die sich für den Landschafts- und Architekturfotografen eignet. Wer es wirklich weiterwinkliger braucht, für den gäbe es ja noch die “W67” Variante mit einem gnadenlos guten 55mm Nikkor. Die 80mm auf 6×7 vermitteln einem immer irgendwie “dabei” zu sein. So geht es zumindest mir.

Der Belichtungsmesser ist im Prinzip ein Spotmeter. Ich persönlich mag das, da ich auch sonst vornehmlich mit Spotmeter arbeite. Man sollte nur bei schnellen Aufnahmen dran denken ;) vergisst man das bei dem ein oder anderen “Schnappschuss” dann liegt man gerne mal voll daneben mit der Messung. Ich denke mir ist das so ca. fünf mal passiert bei den ersten drei Rollen Film. Ein Diafilm den ich Ende Herbst belichtet habe, war bis auf eine Aufnahme top. Man kommt also gut klar mit dem eingebauten Belichtungsmesser der Plaubel.

Kristina

Die Kikki // Fuji Provia 100F

Fazittime.

Ich habe jetzt tatsächlich ein paar Tage hin und her überlegt ob ich sie wieder verkaufe. Ich hatte die Chance eine Leica M6 zu erwerben, ein gewisser Reiz. Die Plaubel hätte hierfür gehen müssen. Habe mich dann aber letztendlich dagegen entschieden. Die Leica ist halt doch nur Kleinbild, und da bin ich bis auf point and shoot Kameras ala Konica Pop irgendwie immer so ein bisschen “unmotiviert”. Soll heißen, mein arme Leute Messsucher, die Canon Canonet QL17 GIII, reicht mir hier, so. Ausserdem hat die Plaubel auch was rotes am Gehäuse ;)

Hat man nämlich einmal dieses Plaubel Makina Gerät in der Hand gehabt, will man sie eigentlich nicht wieder hergeben. Sie ist schon was spezielles. Nur ein bisschen öfter ausführen sollte ich sie. Gebe man sie weg würde immer irgendwas im Hinterkopf bleiben und irgendwann kauft man sie dann doch wieder. Man kennt das ja…

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Glückwunsch!
    Ich mag ihn ja ebenfalls den Mittelformatlook und da hast du ja ein Exemplar das noch recht handlich ist. Ich habe immer so auf die Bessa III geschielt, aber letzlich sind 2.000 EUR eine Menge Holz. Heute laufe ich mit einer Pentacon SIX oder einer Mamiya 645 AF rum wenn ich Mittelformat will. Aber zugegeben….zum Spazierengehen oder so nebenbei auf Reisen sind die mir oft immer noch zu groß. Der eingebaute Belichtungsmesser ist natürlich eine feine Sache, denn bei der Pentacon habe ich nur eine Belichtungsscheibe dabei anhand ich die Belichtung letztlich schätze.
    In diesem Sinne, viel Spass und gut Licht.

    Bogi (ex Bonner)

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